ich komm heute nichts ahnend in die schule, umarme Ma. und dann sagt er, wir müssten uns in der mittagspause unbedingt sehen, weil er mit mir reden will. ich überstehe sechs langweilige stunden und treffe mich in der mittagspause mit ihm. wir sind ganz allein, er hat tränen in den augen.
"ich werd wegziehen.", sagt er. ich schlucke, kann es nicht glauben, schaue ihn an. "aber du bleibst hier auf der schule, ja? du gehst nicht weit weg oder?"
er antwortet nicht. "SAG MIR, DASS DU MICH NICHT ALLEINE LÄSST?", schreie ich und fange an zu weinen. er nimmt mich in den arm, doch ich schlage seine hände weg und gehe einen schritt zurück. "und wieso?", frage ich mit zitternder stimme. "ich muss.", antwortet er. "mein vater will das und ich auch, ich war einverstanden. ich hab zugestimmt."
"warum?", sage ich wütend. "warum lässt du mich alleine? warum stimmst du zu? wie kannst du so ein schlechter freund sein und mich gerade jetzt alleine lassen?" soviele fragen, die er mir nicht beantworten kann. und ich weiß nicht, warum er das tut. wie er mir so wehtun kann. "du hast auch noch deine anderen freunde. außerdem ist hier nichts und niemand, außer du, der mich hier noch braucht und ich sehe keinen grund hier zu bleiben. ich muss jetzt auch an mich denken und hier verdammt nochmal abhauen. verstehst du das?"
"wohin ziehst du?", frage ich direkt.
"russland, moskau."
"du bist verrückt!", flüstere ich, immer noch wütend und enttäuscht. wieder will er mich umarmen, doch diesmal lasse ich es zu und drücke mein gesicht fest in seinen pullover. warscheinlich das letzte mal. scheiße.
"tu mir nur einen gefallen.", sage ich irgendwann.
"welchen denn?"
"vergiss mich einfach nicht."


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